Eine Patchworkfamilie: Das perfekte Training, um seine Persönlichkeit zu entwickeln

Eine Patchworkfamilie ist mehr als eine Herausforderung. Sie ist Persönlichkeitsentwicklung pur. Sie kann dich entweder auf den Pfad der Selbstfindung, der Selbstzerstörung oder der Aufopferung schicken. Das liegt ganz bei dir. Vielleicht gibt es noch weitere Pfade, jedoch habe ich nur diese drei kennengelernt. Entweder am eigenen Leib oder beobachtet bei anderen Familien. Wenn ich in Foren lese, dann beschreiben viele Patchworkmütter den Pfad der Aufopferung. Ich glaube, das ist eine der größten Fallen im Alltagsleben einer Patchworkmutter.

Diese Falle habe ich auch durchlebt. Anfangs wollte ich es allen recht machen, meinem Partner, meinen Kindern, meinen Bonuskindern, ja sogar dem gesamten Umfeld. Getreu dem Motto: „Seht ruhig alle her. Ich schaffe das. Ich bin die Patchworkmama-Superheldin. Ich habe den Haushalt gemacht, ungefragt die Wünsche meines Partners, meiner Kinder, meiner Bonuskinder, meiner Kollegen … erfüllt. Natürlich erhielt ich dafür Anerkennung. Aber das war nie genug. Ich bin nie satt geworden. Ich wollte mehr davon. Mehr Dankbarkeit, mehr Zuneigung, mehr Annahme, mehr Liebe … also habe ich noch mehr geleistet und bin daran gescheitert. Warum?

Ganz einfach. Wie im Innen so im Außen. Das, was ich als Mangel gespürt habe, war das, was ich mir selbst nicht wert war. Von Anne Heintze habe ich in einem Interview den buddhistischen Merksatz gehört: „Der Meister kümmert sich immer zuerst um sich selbst, denn nur dann kann er für seine Schüler da sein.“ Das habe ich zu wenig getan. Heute spüre ich täglich in mich hinein und frage mich: „Was brauche ich heute? Was brauche ich jetzt, um mich genährt zu fühlen?“ Das bedeutet nicht, dass ich egoistisch ohne Rücksicht auf meine Familie alle meine Wünsche durchsetze. Aber es bedeutet, dass ich mir täglich Zeit für mich und meine Bedürfnisse nehme. Das kann die Yogastunde, der Spaziergang, die Tasse Tee im Garten bei meinen Entchen oder was auch immer sein.

Und noch etwas habe ich bewusst getan. Ich habe mein inneres Kind angeschaut und es nach Jahren der Vernachlässigung angenommen. Es gibt ein schönes Buch darüber: „Das Kind in mir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl.

Wer abhängig von der Anerkennung der anderen ist, wer durchs Leben läuft und sich durch die Liebe anderer genährt fühlt oder glaubt nur eine Daseinsberechtigung zu haben, wenn er sich für andere aufopfert, lebt in einer schmerzhaften Illusion.

Brauche ich die Anerkennung wirklich oder brauche ich mehr Selbstliebe? Ist es wichtiger, von anderen genährt zu werden oder autark zu sein? Bin ich autark, ist die Liebe und Anerkennung durch mein Umfeld ein Geschenk. Ein Geschenk, das ich nicht mehr einfordern muss. Wie du da hinkommst? Schau dein inneres Kind an! Nimm es an! Schenk ihm bedingungslose Liebe! So brauchst du im Außen nicht mehr danach zu suchen.

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