4 Tipps, wie du Streit im Urlaub vorbeugen kannst

Vor ein paar Tagen sah ich eine Familie im Café sitzen, draußen bei herrlichem Wetter. In ihren Gesichtern war abzulesen, dass die Stimmung mies war.

Im Vorbeigehen schnappte ich den Satz auf: Müsst ihr euch angiften, das Ganze ist schon stressig genug mit euch. Offensichtlich eine Familie die hier Urlaub macht, dachte ich mir.

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Bedenken vor dem Urlaub

Patchworker, die mit der ganzen Familie verreisen, kennen solche Situationen gut, vor allem, wenn beide Partner Kinder mitbringen. Aber auch wenn nur einer von beiden ein Kind in die Beziehung mitbringt, ist selten Friede, Freude, Eierkuchen.

„Wird der Urlaub gut gehen? Werde ich mit meinem Bonuskind aneinandergeraten und dann wieder Stress mit meinem Partner haben? Werden sich die Kinder untereinander verstehen?“ All das sind Fragen, die sich viele Patchworker vor dem Urlaubsantritt stellen und auch Bedenken, ich von meinen Klienten in unseren Beratungsstunden höre.

Meine Antwort darauf: Ja, die Chance ist groß, dass du mit deinem Bonuskind aneinandergeraten wirst. Die Kinder werden sich untereinander nicht immer einig sein und ja, im Zuge dessen wird es auch zu einer Auseinandersetzung mit deinem Partner kommen.

Falsche Erwartungen führen zu Enttäuschungen

Natürlich ist der Wunsch nach Ruhe, Entspannung und Harmonie im Urlaub groß. Und ja, du hast es dir mehr als reichlich verdient. Ich möchte dich nur von der Illusion befreien, dass es im Urlaub immer friedlich zugehen wird.

Der sicherste Weg einen unbefriedigenden Urlaub zu verleben ist die Erwartung, dass im Urlaub doch alles schön und harmonisch zugehen sollte.

Wenn es zu Hause regelmäßig zu Konflikten kommt, dann werden diese im Urlaub nicht schlagartig ausbleiben. Doch du kannst durch geschickte Vorbereitung natürlich vorbeugend wirken, um große Konflikte zu vermeiden.

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4 Tipps, um Streit vorzubeugen

  1. Tipp: Beruft ein Familymeeting vor der Abreise ein.
    Sollte es dafür zu spät sein, dann haltet ihr es eben am Tag nach der Anreise am Urlaubsort.
    Klopft bei allen Mitreisenden ab, was für sie ein gelungener Urlaub wäre. Fragt konkret nach, wenn ihr Antworten wie „Ich will einfach nur chillen“ bekommt. Was heißt das für den Teenager? Was heißt Spaß und Abenteuer für das andere Kind?
    Versucht die Wünsche der Kinder mit zu berücksichtigen.
  2. Tipp: Sucht einen Ort und eine Unterkunft aus, die auch den Wünschen eurer Kinder gerecht werden.
    Ein einsames Haus mitten in der Wildnis in Schweden ist möglicherweise dein Traum, euer Teenager wird sich dort vermutlich zu Tode langweilen und für schlechte Stimmung sorgen.
  3. Tipp: Bucht großzügig. Sorgt im Urlaub für genügend Platz, sofern das euer Geldbeutel zulässt. Auch im Urlaub sind Rückzugsbereiche enorm wichtig. Wenn Bonusgeschwister, die sich nicht besonders mögen, sich im Urlaub plötzlich ein Zimmer oder gar ein Bett teilen müssen, kann das zu Differenzen kommen.
  4. Tipp: Vermeide den Fehler „alle machen immer alles gemeinsam.
    Dieser Fehler ist typisch für Patchworkfamilien und führt zwangsweise zu Disharmonien, denn es ist nahezu unmöglich, dass immer alle auf das gleiche Lust haben. Lasst auch hier genügend Freiraum. Du wirst keine Freude bei einer Wanderung haben, wenn ein Kind ständig nörgelt und jammert. Bezieht die Kinder mit in eure Planung ein. Wenn ein Kind lieber einen Tag im Hotel alleine bleiben möchte , sofern es das entsprechende Alter und die Reife dafür besitzt, ist das besser, als es im Urlaub mit auf dem Jahrmarkt zu schleifen und ihm zur Belohnung etwas anbieten, dass es sich dort etwas schönes kaufen darf, wenn es mitkommt. Vielleicht möchte es auch mal einen Nachmittag etwas alleine mit Mama oder Papa unternehmen. Auch das sollte möglich sein. Das ist echte Qualitätszeit, die bei den Kindern für Bindung und Sicherheit sorgt.

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Wenn sich Streit nicht vermeiden lässt

Sollte es nach all deinem Bemühen jetzt doch noch ein fettes Gewitter am Horizont auftauchen, dann nutzt die Gelegenheit. Geh rein in den Konflikt. All-in – und damit meine ich nicht, dass ihr euch beschimpfen oder anschreien sollt. Nutze die Gelegenheit, jetzt hast du Zeit und eine tolle Umgebung, wo das Gewitter in aller Ruhe abregnen darf. Gute und offene Gespräche können jetzt sehr hilfreich sein. Hör noch mal in die Folge „…“ rein. Da beschreibe ich, auf was es in Konfliktgesprächen ankommt.

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Ich wünsche euch einen tollen Urlaub.

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